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Pflanzenkläranlagen & Bodenfilter

Ein Bodenfilter ist eine natürliche Abwasserbehandlungsmethode, bei der biologisch abbaubare Materialien durch kombinierte biologische, chemische und physikalische Prozesse entfernt werden. Zwei grundlegende Typen wurden von WECF und Partnerorganisationen bereits angewendet: Pflanzenkläranlagen, in denen Pflanzen Grauwasser oder Haushaltsabwässer reinigen und vereinfachte Filter für die Behandlung von Grauwasser aus menschlichem Waschwasser.

Pflanzenkläranlagen bestehen aus drei wichtigen Komponenten: dem Absetztank, dem Filter und schließlich dem Speichersystem für Versickerung oder Wiedergebrauch. Dort können auch Proben aus der abfließenden Flüssigkeit genommen und überwacht werden. Der Filter besteht aus Kies und Sand unterschiedlicher Größe. Pflanzenkläranlagen können mit Hilfe einfacher Geräte hergestellt werden. Man braucht eine Pumpe, Rohre und Folie, alternativ kann Ton die Anlage nach unten abdichten. Wenn die Anlage ausreichend Neigung hat, braucht man möglicherweise keine Pumpe. Bodenfilter werden normalerweise mit Hilfe von Schilf angelegt.

Einfache Filter bieten nur grundlegende Abwasserbehandlung. Sie bestehen aus Filterbetten, meist ohne Präsedimentation. Sie sind billiger als Pflanzenkläranlagen, dichten aber die Anlage nicht vom Grundwasser ab, sondern das Abwasser fließt langsam hindurch und in den Boden. Deshalb ist es schwer, vom abfließenden Wasser Proben zu nehmen, um die Leistung des Filters zu prüfen. Daher werden diese einfachen Filter ausschließlich für Abwässer empfohlen, die das Grundwasser nicht ernsthaft gefährden können. Grundsätzlich sind Bodenfilter nur sehr einfache und einfach zu errichtende Abwasserbehandlungsanlagen; jedoch kann der Bau einer Pflanzenkläranlage ziemlich teuer sein, denn man braucht zwei bis fünf Quadratmeter Fläche pro Kopf. Besonders die Boden-, Sand- und Kiespreise spielen eine wichtige Rolle bei der Kostenkalkulation.

Der Vorteil eines Bodenfilters besteht, verglichen mit konventionellen Technologien, darin, dass er weniger Energie und Wartung benötigt, was insgesamt zu niedrigen Betriebskosten führt. Energie wird nur zum Pumpen gebraucht, wenn die Anlage nicht genügend Neigung hat. Die einzige nötige Wartungsmaßnahme besteht darin, den Absetztank zu leeren, was, wenn möglich, einmal im Jahr erfolgen sollte, und die Pflanzen zu ernten. Ein gut entworfenes und implementiertes System kann eine Standzeit von 20 Jahren haben, bevor das Filtermaterial gesäubert und ausgetauscht werden muss. In der Entwicklungsphase muss sorgfältig der Flächen- und Sandbedarf kalkuliert werden, um später den Filter nicht zu verstopfen, was zu sehr hohen Wartungskosten führen kann. Kosten und Flächenbedarf hängen auch vom Typ des zu behandelnden Abwassers ab.

Pflanzenkläranlagen eignen sich sowohl für das Grauwasser aus Küche und Bad als auch für das Schwarzwasser aus Toiletten – wirt letzteres eingeleitet, ist allerdings ist der Flächenbedarf mit fünf Quadratmetern pro Kopf hoch. Wird nur Grauwasser aus Küche und Bad eingeleitet, ist der Flächenbedarf einer Pflanzenkläranlage weit geringer, er beträgt dann etwa zwei Quadratmeter pro Kopf. Auch ein einfacher Filter mit einem Absetztank kann eingesetzt werden. Wird nur Waschwasser eingeleitet, genügt sogar ein einfacher Filter ohne Absetztank.